Veränderungen machen Angst. Was KI übernehmen kann, was Sie behalten möchten – und was nicht in die Hände einer Maschine gehört.
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Newsletter · Ausgabe 07 · Oktober 2026

Ist KI jetzt unsere größte Konkurrentin?

Liebe Leserin, lieber Leser,

Veränderungen machen Angst. Das war schon immer so.

Als 1832 die Pferdeeisenbahn zwischen Budweis und Linz ihren Betrieb aufnahm, veränderte sie den Transport. Salz und andere Waren konnten auf Schienen bewegt werden. Planbarer und mit weniger Aufwand als zuvor auf der Straße.

Für diejenigen, die mit Pferdewagen ihr Geld verdienten, war das keine technische Sensation. Es war eine Bedrohung.

Ihre Sorge war verständlich. Aufhalten konnten sie die Veränderung damit nicht.

Heute stellen wir uns eine ähnliche Frage. Nur heißt die neue Konkurrentin nicht Eisenbahn, sondern Künstliche Intelligenz.

Der KI-Monitor 2026 der TU Darmstadt hat gemeinsam mit YouGov mehr als 2.000 Menschen in Deutschland repräsentativ befragt. Ein Ergebnis finde ich besonders bemerkenswert: Je besser Menschen KI kennen, desto größer ist ihre Sorge um die eigene Arbeit. 43 Prozent der Menschen mit sehr gutem KI-Wissen rechnen damit, dass KI ihre Arbeit übernehmen könnte.

Das überrascht mich nicht. Denn wer sich intensiver mit KI beschäftigt, sieht auch, wie schnell sich ihre Fähigkeiten entwickeln.
Veränderung macht Angst. Aber Angst schützt nicht vor Veränderung.
Die bessere Frage ist deshalb nicht: Wie halten wir KI auf?
Sondern: Was verändert sich gerade — und wie wollen wir damit umgehen?
Drei Fragen, die den Blick verändern
01
Was kann KI übernehmen?
Mehr als noch vor einem Jahr.

KI schreibt nicht mehr nur Texte oder fasst Dokumente zusammen. Neue KI-Systeme können mehrere Arbeitsschritte nacheinander ausführen. Sie recherchieren, ordnen Informationen, erstellen Entwürfe und bearbeiten Aufgaben zunehmend selbstständig.

Auch in den Unternehmen ist KI längst angekommen. Im September 2026 hat der Digitalverband Bitkom 603 deutsche Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt. 57 Prozent setzen bereits KI ein. Ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz.

Damit verändert sich Arbeit. Das ist nicht neu.

Die Pferdeeisenbahn übernahm Transporte, die zuvor auf anderen Wegen durchgeführt wurden. Waren konnten nun größere Strecken planbarer und mit weniger Aufwand zurücklegen. Aber sie machte den Transport nicht überflüssig. Sie veränderte ihn — und damit auch die Aufgaben und Fähigkeiten, die dafür gebraucht wurden.

Genau das übersehen wir bei KI leicht. Wir schauen auf die Arbeit, die verschwinden könnte.

Die Frage ist nicht nur, welche Arbeit KI übernimmt. Die Frage ist auch, welche Arbeit dadurch neu entsteht.
02
Was möchte ich selbst behalten?
Diese Frage kann Ihnen keine KI beantworten.

Welche Arbeit gibt Ihnen Sinn?
Welche Fähigkeit macht Sie in Ihrem Unternehmen wertvoll?
Was möchten Sie weiterhin selbst können, auch wenn eine Maschine es schneller erledigen könnte?

Genau hier halte ich den Gedanken von der Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine für zu kurz.

Wenn eine KI schneller recherchiert als ich, muss ich nicht schneller recherchieren lernen. Wenn sie in Sekunden zehn Textvarianten erstellt, muss ich nicht versuchen, elf zu schreiben.

Meine Aufgabe verändert sich. Ich muss erkennen, welche Variante trägt. Ich muss Zusammenhänge verstehen. Ich muss beurteilen. Ich muss entscheiden.

Das gilt auch für Führung. Eine aktuelle Gallup-Untersuchung aus den USA zeigt: Beschäftigte, die KI häufig nutzen, befürchten mehr als doppelt so oft wie gelegentliche Nutzer, dass ihr Arbeitsplatz in den nächsten fünf Jahren durch neue Technik und KI wegfällt.

Mehr KI-Nutzung allein nimmt Beschäftigten die Sorge offenbar nicht. Gute Führung kann einen Unterschied machen. Wer sich bei der Arbeit respektiert fühlt und erlebt, dass dem Unternehmen das eigene Wohlergehen wichtig ist, macht sich weniger Sorgen um den Arbeitsplatz.

Wer Veränderung führen will, muss nicht nur über Technik sprechen. Er muss mit Menschen darüber sprechen, wie sich ihre Arbeit verändert.
03
Was gehört nicht in die Hände einer Maschine?
Nicht alles, was KI übernehmen kann, sollte sie auch übernehmen.

Für mich gibt es eine klare Grenze: Werte, Verantwortung und die letzte Entscheidung.

KI kann Informationen zusammentragen. Sie kann Vorschläge machen. Sie kann Alternativen vergleichen. Sie kann Arbeit vorbereiten und zunehmend auch Arbeitsschritte selbstständig ausführen.

Aber die Verantwortung für eine Entscheidung verschwindet dadurch nicht.

Gerade wenn KI mehr übernimmt, wird deshalb eine andere Frage wichtiger: Wer prüft? Wer entscheidet? Wer gibt frei?

Das gilt für einen Text, bevor er veröffentlicht wird. Für ein Angebot, bevor es an einen Kunden geht. Für Zahlen, bevor daraus eine Entscheidung entsteht. Und erst recht für Entscheidungen, die Menschen betreffen.

KI übernimmt Arbeit. Der Mensch führt.
Übernehmen · behalten · niemals
Vielleicht beginnen Sie ganz einfach.

Nehmen Sie ein Blatt Papier und ziehen Sie drei Spalten: übernehmen · behalten · niemals. Dann schreiben Sie fünf Tätigkeiten aus Ihrem Arbeitsalltag darunter.

Was davon könnte KI übernehmen?
Was möchten Sie bewusst selbst behalten?
Und was würden Sie niemals vollständig an eine Maschine abgeben?

Aus einer diffusen Sorge wird damit etwas, womit man arbeiten kann. Ein Plan. Und über einen Plan kann man reden.
Vielleicht ist KI also gar nicht unsere größte Konkurrentin. Vielleicht müssen wir vielmehr unseren eigenen Platz in einer Arbeitswelt neu bestimmen, in der KI selbstverständlich wird.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
KI-Kompetenz-Kompakttraining
Das KI-Kompetenz-Kompakttraining vermittelt KI-Kompetenz nach Artikel 4 EU AI Act. Ihr Team lernt, Möglichkeiten und Grenzen von KI besser einzuordnen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und Verantwortlichkeiten für Prüfung und Freigabe klarer zu verstehen.

Denn bevor KI mehr Arbeit übernimmt, sollten Menschen verstehen, was sie ihr übergeben. Erst verstehen, dann einsetzen.
KI-Klarheitsgespräch – 30 Minuten, kostenlos
Wenn Sie klären möchten, wo KI in Ihrem Unternehmen Arbeit übernehmen kann und wo der Mensch führen muss — ich spreche gerne mit Ihnen darüber.
Erstgespräch anfragen
Kleine Transparenz zum Schluss: Auch dieser Newsletter ist mit KI entstanden. KI liefert den Entwurf, ich prüfe, ich gebe frei.
Herzlich,
Roswitha Breitschopf
Autorin & Gründerin, Rosy.Academy
KI übernimmt Arbeit. Der Mensch führt.
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